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energiewende: sozial-ökologisch

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Informationen zur Benutzung


Auf diesen Seiten finden Sie Informationen zu 33 aktuellen Forschungsprojekten. Sie werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms "Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems" gefördert. Die Projekte sind fünf thematischen Clustern zugeordnet:

Die Karte auf der Startseite zeigt die Cluster durch jeweils eine Illustration und die 33 Projekte durch eine rote Markierung. Durch Klicken auf eine dieser Markierungen öffnet sich ein kleines Fenster mit Kurzinformationen zu einem Projekt. Klicken Sie in diesem Fenster auf den Projektnamen, um ausführliche Informationen zu erhalten.

Alternativ können Sie auf die Projektinformationen auch direkt zugreifen, indem Sie den Menüpunkt "Projekte" wählen oder auf den Button "Liste" klicken.

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Schließlich finden Sie auf diesen Seiten auch Informationen zur Wissenschaftlichen Koordination des Forschungsprogramms.

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iENG

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03.10.2016
Energetische Modernisierung: Dämmen ist längst nicht alles!

Hinweis: Der folgende Ergebnisbericht wurde von den Forscherinnen und Forschern des Projekts iENG erstellt. Weitere Ergebnisse des Projekts finden Sie unter diesem Link.

Architekten, Ökonomen, Juristen und Ingenieure aus dem Forschungsprojekt iENG untersuchen die Gebäude-Energiewende, genauer die Gebäude selbst, ihre Eigentümerinnen und Eigentümer und Nutzerinnen und Nutzer sowie deren Entscheidungsbedingungen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass zwar wesentliche Potenziale in den Gebäuden und ihrem unmittelbarem Umfeld bestehen, aber weitgehend vernachlässigt werden.

Dämmen lohnt sich – oder?

Das Narrativ „Dämmen lohnt sich“ hat sich als wenig tragfähig erwiesen, da die ordnungsrechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen kaum geeignet sind, Gebäudebesitzerinnen und -besitzer zu umfangreichen energetischen Modernisierungen anzuregen, um bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand sicherzustellen. Fazit: Ein radikaler Umbau der Rahmenbedingungen für die energetische Modernisierung im Gebäudebestand ist erforderlich, empfehlen die Forscherinnen und Forscher.

Potenziale erneuerbarer Energien für Beheizung und Kühlung ausloten

Die Forscherinnen und Forscher im Verbundprojekt iENG betrachten diese Situation aus drei Blickwinkeln:

  • Gebäude und Quartiere selbst bieten bislang wenig beachtete Potenziale jenseits der Polystyrol-Dämmung, z.B. durch Zonierung der Nutzungen und durch gebäudenahe Erschließung erneuerbarer Energie (zum Beispiel durch Wärmekollektoren).
  • Die Beratung der Bauherren für eine energetische Modernisierung ist suboptimal organisiert; das Vertrauen der Adressaten ist wenig ausgeprägt.
  • Ordnungsrechtliche und förderpolitische Rahmenbedingungen der Gebäude-Energiewende sind für die Dekarbonisierung des Gebäudebestands nicht ausreichend.

Die Analyse zeigt, dass die einseitige Priorisierung der bauphysikalischen Wärmeverlust-Reduzierung (Dämmen, Wärmedurchgangskoeffizient) und die einseitige Ausrichtung des Narrativs auf die Wirtschaftlichkeit („Dämmen lohnt sich!“) ein Hindernis darstellen, die Rahmenbedingungen auf das Ziel auszurichten, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu schaffen. Der Einsatz erneuerbarer Energie muss einen viel größeren Stellenwert einnehmen als bislang, meinen Forscherinnen und Forscher.

Die in Arbeit befindliche Zusammenführung von EnEG und EEWärmeG könne dafür nur einen Anfang darstellen. Darüber hinaus sind die meisten Wirtschaftlichkeitsversprechen angesichts der überdurchschnittlichen Steigerungen der Baukosten und der nicht steigenden Energiepreise unglaubwürdig, meinen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Zentrale Frage des Vorhabens ist deshalb, wie baulich und institutionell Dekarbonisierung des Gebäudebestands zu betreiben ist, indem man kybernetische Gebäude- und Quartierskonzepte entwickelt und Anreize und Hemmnisse für ihre Realisierung schafft.

Ordnungsrecht und finanzielle Förderung auf den Klimaschutz ausrichten

Um ein neues, innovationsoffenes und technikneutrales Narrativ auf den Weg zu bringen, empfiehlt sich eine Neuausrichtung von Ordnungsrecht und finanzieller Förderung auf den Klimaschutz. Nicht mehr die Verwendung bestimmter Bauteile, sondern die Wirkung der Maßnahmen im Hinblick auf das Klima, gemessen in der Reduzierung von CO2-Emissionen, sollte zukünftig der Maßstab sein. Dies wäre auf zwei Wegen erreichbar: Eine ökonomische Lösung wäre, die Freisetzung von Treibhausgasen mit Kosten, zum Beispiel mit einer CO2-Steuer, zu verbinden, um einen dauerhaften Anreiz für energetische Modernisierungen zu geben. Je anspruchsvoller im Zeitverlauf die CO2-Reduktionsziele formuliert sind, desto höher wäre der Abgabesatz festzulegen.

Als ordnungsrechtliche Lösung bietet sich an, den Parameter der Primärenergie durch die CO2-Emission zu ersetzen. Die Nebenanforderung der EnEV müsste auf einen Minimalstandard reduziert werden. Planer und Bauherrn behalten eine weitgehende Gestaltungsfreiheit bei den energetischen Konzepten, damit sie für ihre Gebäude im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit und den Klimaschutz optimale Lösungen entwickeln können. Die Förderkulisse wäre ebenfalls darauf auszurichten.

Verbindlicher Modernisierungsfahrplan für Gebäude

Derzeit zeichnet sich keine Strategie der Bundesregierung ab, die verspricht, den Gebäudebestand umfassend energetisch zu modernisieren. Ein erster Ansatz wäre es, für Gebäude einen individuellen Modernisierungsfahrplan verbindlich vorzuschreiben. Diese wären empirisch auszuwerten, um einen Stufenplan zu entwerfen.

Der Ort und die Typologie sind entscheidende Faktoren für die Gestaltung lokaler Energienetze. Mit den Anforderungen des Klimaschutzes und der Suche nach energieeffizienten Gebäudetypen stellt sich die Frage nach „passiven Lösungen“ neu. Kybernetische Modelle schließen an das Wissen autochthoner Gebäudetypologien an und bieten dabei neue Ansätze zur Integration passiver Lösungen in moderne Gebäudekonzepte. Ein Haus und seine Fassade müssen weit mehr können, als nur Wärmeverluste zu vermeiden.

Die Energieberatung ist ein zentraler Mittler bei der energetischen Gebäudesanierung, weil ihre Expertise wegen des technologischen Fortschritts und den sich ständig ändernden Rahmenbedingungen gefragt ist.

Projektergebnisse auf drei Handlungsebenen

Das Vorhaben liefert damit Ergebnisse auf drei Ebenen: Erstens stellt es architektonisch-planerische Modelle vor, die Gebäudekybernetik im Bestand nutzen. Es skizziert, zweitens, einen Gebäudeenergieberater der Zukunft, der angebotsseitig die Beratungsqualität verbessert. Und drittens entwirft es zwei Varianten, um die Rahmenbedingungen für eine Dekarbonisierung des Gebäudebestands bis 2050 deutlich zu verbessern: Das ökonomische Instrument der CO2-Steuer und ein ordnungsrechtlicher Weg, der EnEG und EnEV konsequent auf die Reduzierung der Kohlendioxidemissionen auslegt.

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